Klimaanpassungskonzept

Ausgangssituation

Das Ostallgäu weist als Alpenlandkreis eine große Höhendifferenz zwischen dem niedrigsten und höchsten Punkt auf, woraus sich nicht nur größere klimatische Unterschiede, sondern auch eine kleinräumige Vielfalt zum Beispiel im Hinblick auf Böden, Vegetation und Landnutzung, etc. ergeben. Im südlichen Teil des Landkreises treffen die beiden Naturgroßräume „Alpenvorland“ und „Alpen“ aufeinander. Dazu kommen weitere lokale Besonderheiten, wie Gewässerstrukturen oder der Tourismus als wichtiger wirtschaftlicher Faktor.


Diese Besonderheiten als Alpenlandkreis lassen daher eine große Verwundbarkeit (Vulnerabilität) gegenüber Klimaänderungen und veränderten Umweltbedingungen erwarten. Gleichzeitig besteht aber ein hohes Potenzial, den Landkreis durch zielgerichtete Maßnahmen auf die klimatische Zukunft vorzubereiten und anzupassen (Anpassungskapazität).


Um noch Handlungsspielräume bei der Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen zu haben und dadurch den Wandel aktiv gestalten zu können, hat sich der Landkreis Ostallgäu mit der Stadt Kaufbeuren entschlossen, ein „Klimaanpassungskonzept“ zu erstellen. Damit ist das Ostallgäu der erste Landkreis in Bayern, der sich auf diese Weise umfassend mit dem Thema Klimaanpassung auseinandersetzt und dieses konkret auf die lokale Ebene überträgt. Fachlich werden wir deshalb als bayerischer Pilotlandkreis vom Bayerischen Landesamt für Umwelt unterstützt.

 

 

Ziele und Inhalte des Klimaanpassungskonzepts

Durch das Klimaanpassungskonzept sollen insbesondere folgende Fragen beantwortet werden:

 

  • Welche Auswirkungen hat dies auf die verschiedenen Handlungsfelder (z. B. Land- und Forstwirtschaft, Tourismus, Gesundheit, Städtebau, Wasser, …)?
  • Welche Risiken und welche Chancen ergeben sich daraus?
  • Welche Handlungsansätze bestehen, um die Risiken abzumildern und die Chancen zu nutzen?

 

Dabei ist die Einbindung von regionalen Behörden, Unternehmen und Verbänden sowie der Kommunen und Bürgerinnen und Bürgern eine wesentliche Voraussetzung, um die angestrebte Praxisnähe und Umsetzbarkeit zu garantieren. Erst durch dieses Fachwissen ist es möglich, dass ein umsetzungsorientiertes Konzept entsteht, mit Handlungsansätzen, die zum Ostallgäu und der Stadt Kaufbeuren passen.

Ablauf der Konzepterstellung

Die Konzepterstellung ist auf 12 Monate angelegt. Während dieser Zeit sind folgende Schritte geplant:

  • Juni 2018: Projekt-Kick-off mit den Auftragnehmern
  • Sommer 2018: Bestandsaufnahme und Experteninterviews
  • Oktober 2018: Workshops zur Bestandsaufnahme und Verwundbarkeitsanalyse
  • Dezember 2018: Workshop zur Abstimmung einer Gesamtstrategie
  • Januar/Februar 2019: Workshops zur Maßnahmenentwicklung im Landkreis Ostallgäu und der Stadt Kaufbeuren (bürgeröffentlich)
  • Februar/März 2019: Bürgermeisterworkshops zur Maßnahmenentwicklung
  • März/April 2019: Finalisierung des Maßnahmenkatalogs
  • Mai 2019: Öffentliche Ergebnispräsentation

im Konzept betrachtete Handlungsfelder

Im Rahmen der Konzepterstellung werden alle Handlungsfelder der Bayerischen Klimaanpassungsstrategie betrachtet und die für uns relevanten vertieft. Beispiele hierfür sind Wasserwirtschaft, Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz, Georisiken, Menschliche Gesundheit, Katastrophenschutz, Städtebau und Bauleitplanung, Bauwesen, Energiewirtschaft, Industrie und Gewerbe sowie Tourismus und Migration.

 

Der Fokus reicht dabei vom eigenen Wirkungsbereich des Landkreises und der Kommunen über die Unternehmen bis hin zu Bürgerinnen und Bürgern.

 

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie in unserem Projektflyer.

 

 

 

 

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Die Erstellung des Klimaanpassungskonzepts (Titel: Klimaanpassungskonzept für den Landkreis Ostallgäu und der Stadt Kaufbeuren, FKZ 03K06192) wird von 2018 bis 2019 gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags (www.klimaschutz.de).